Manchmal passieren Dinge, bei denen man sich denkt: Das würde es in Deutschland so wahrscheinlich eher nicht geben. Und genau so ging es mir in den letzten Wochen hier auf den Philippinen mit der „Hunde-Impfung“
Alles begann mit einer kostenlosen Tollwut-Impfaktion direkt bei uns im Ort. Ein mobiles Team kam vorbei, baute einen kleinen Impf-Spot auf – und jeder konnte seinen Hund einfach vorbeibringen. Kostenlos. Ohne Termin. Ohne Bürokratie. Ich war ehrlich gesagt ziemlich beeindruckt.
Kostenlose Hundeimpfung
Also schnappten wir uns unsere Hündin. Wobei „schnappen“ vielleicht etwas übertrieben ist. Sie hatte nämlich an Weihnachten gerade erst geworfen und war entsprechend im absoluten Mama-Modus. Spazierengehen? In eine unbekannte Richtung? Mit fremden Menschen? Ganz sicher nicht!
Nach etwas gutem Zureden, leichtem Ziehen und wahrscheinlich einem Blick von ihr, der sagte: „Das vergesse ich euch nie“, war die Impfung dann aber schnell erledigt. Ein kurzer Piks – fertig. Und nebenbei erfuhren wir: Bald gibt es eine kostenlose Sterilisationsaktion in der Stadthalle.
Kostenlos? Operation? Stadthalle?
Ich gebe zu, mein Kopfkino lief kurz an.
Ein paar Wochen später war es dann soweit. Der große Tag. Ich war wirklich neugierig – und ein kleines bisschen skeptisch. Würde das professionell ablaufen? Oder eher wie eine Massenabfertigung?
Vor Ort warteten bereits über 100 Hunde und einige Katzen mit ihren Besitzern. Am Ende waren es bestimmt um die 150 Tiere. Acht Tierärzte standen bereit und arbeiteten erstaunlich routiniert. Wir bekamen die Nummer 83 – was bedeutete: warten.
Drei Stunden später waren wir endlich dran. Danach hieß es nochmal rund anderthalb Stunden Geduld haben, bis unsere Hündin operiert war und langsam aus der Narkose aufwachte. Es war ein langer Tag – für uns und definitiv auch für sie.
Am Abend war sie ziemlich groggy und schaute uns an, als wollte sie sagen: „Ernsthaft? Das war euer Plan?“ Aber schon am nächsten Tag ging es ihr deutlich besser.
Was mich wirklich beeindruckt hat: Diese Aktionen sind komplett kostenlos. Normalerweise kostet so eine OP beim Tierarzt zwischen 5.000 und 10.000 Pesos – je nach Größe des Hundes. Für viele Familien ist das einfach nicht machbar. Ohne solche Programme würden vermutlich viel weniger Tiere kastriert oder sterilisiert werden.
Ich finde, das ist eine richtig gute Initiative. Sie hilft, die Streuner-Population zu reduzieren, verhindert ungewollten Nachwuchs und macht verantwortungsvolle Tierhaltung überhaupt erst möglich.
Und jetzt interessiert mich: Gibt es solche kostenlosen Impf- und Sterilisationsprogramme auch in anderen Regionen der Philippinen?
Schreibt mir gerne eure Erfahrungen – ich bin gespannt!




