Gestern, am 6. Februar 2026, zog die „Tropical Depression“ „Penha“, lokal als Basyang bekannt, an Bohol vorbei. Es war 10 Uhr morgens – und trotzdem fühlte es sich eher nach spätem Abend an. Dunkle Wolken lagen tief über der Insel, der Himmel war bleiern, die Luft kühl. Gerade einmal 24 Grad Celsius zeigte das Thermometer. Für philippinische Verhältnisse fast schon „kalt“, wo um diese Jahreszeit normalerweise um die 30 Grad herrschen.
Basyang zieht von Mindanao über Siquiojor nach Dumaguete
Hier in Bohol bekamen wir vergleichsweise wenig ab – etwa 3 Millimeter Regen in drei Stunden. Ein gleichmäßiger, teils auch heftiger Landregen, nichts Dramatisches. Doch nur wenige Inseln weiter sah die Lage ganz anders aus. Auf Siquijor und rund um Dumaguete wurden Niederschlagsmengen von bis zu 140 Millimetern innerhalb von drei Stunden erwartet – Regenmassen, die ausreichen, um Straßen zu überfluten, Hänge ins Rutschen zu bringen und ganze Landstriche kurzfristig lahmzulegen.
Bemerkenswert ist vor allem der Zeitpunkt. Tropische Wirbelstürme sind hier nichts Ungewöhnliches – im Durchschnitt werden etwa 22 Systeme pro Jahr im philippinischen Verantwortungsbereich registriert. Doch dass sich bereits Anfang Februar eine Tropische Depression bemerkbar macht, ist ein sehr früher Start in die Saison. Normalerweise beginnt die aktivere Phase erst in den kommenden Monaten. Ob das ein Vorbote für ein besonders intensives Jahr wird, bleibt abzuwarten – aber aufmerksam macht es allemal.
Ein kurzes Video von mir dazu, diesmal auf Englisch:
So ungemütlich der gestrige Tag auch war, er hatte auch etwas Angenehmes: Zum ersten Mal seit Langem konnten die Klimaanlagen den ganzen Tag ausgeschaltet bleiben. Die kühle Luft, der stetige Regen und der Wind sorgten für eine fast erfrischende Atmosphäre – seltene 24 Grad, die sich beinahe wie ein kleiner Luxus anfühlten. So haben wir nebenbei auch noch etwas Strom gespart.
Heute, einen Tag später, ist von all dem kaum noch etwas zu spüren. Die Sonne scheint wieder, der Himmel ist strahlend blau. Was bleibt, sind heruntergefallene Blätter, kleinere Äste und das übliche Durcheinander im Garten. Also heißt es: aufräumen, fegen, sammeln – zurück in den Alltag.
So schnell kann es gehen in den Tropen. Gestern noch grauer Sturmhimmel, heute wieder Postkartenwetter. Doch eines zeigt dieser frühe Februarsturm deutlich: Das Jahr hat wettermäßig gerade erst begonnen.




